MindestTon – Chor

MindestTon-Auftritt 50 Jahre OV Knoblauchsland, Foto: Helmut Bresler

Seit Sommer 2021 gibt es ihn, den Chor der SPD Nürnberg. MindestTon zeigt, dass Freude am Singen und gesellschaftskritisches Engagement gut zusammenpassen.

MindestTon will auf musikalische Weise sozialdemokratische Ideen nach außen tragen, für Frieden, für Gerechtigkeit, für Toleranz und Demokratie singen, und er möchte Menschen zusammenbringen, Gemeinschaft und Tradition pflegen und so das Miteinander in (und auch außerhalb) der SPD fördern.

Wir sind ein gemischter, mehrstimmiger und politischer A-Cappella-Chor aus engagierten Menschen unterschiedlichen Alters. Wir singen mit musikalischem und inhaltlichem Anspruch, wollen politisch fit, aber nicht ideologisch sein. Ein Kreis von mittlerweile etwa 25 Sänger*innen zwischen 21 und 80 Jahren hat sich zusammengefunden; auch Nicht-SPD-Mitglieder, die uns politisch nahestehen, singen mit.

Als Teil der politischen Kultur- und Bildungsarbeit unserer Partei fördert die SPD Nürnberg den Chor und hat ihm den offiziellen Status eines Arbeitskreises zuerkannt. Wir sind auch Teil der Karl-Bröger-Gesellschaft, die uns von Anfang an solidarisch unterstützt.

Wir sind

 

  • begeisterte Sänger*innen, viele mit, manche auch ohne Chorerfahrung,
  • mit viel Engagement und Freude bei der Sache,
  • manchmal eine Herausforderung für unsere Chorleiterin
  • und gemeinsam unschlagbar!Wofür wir stehen – und was wir singenAls politischer Chor singen wir mit sozialkritischem Blick aufs Zeitgeschehen und wählen bewusst Lieder und Songs aus im Kontext von aktuellen politischen Bewegungen, der Friedensbewegung, der Frauenbewegung, der Umweltbewegung, antifaschistischen Bewegungen oder der internationalen Solidarität.Wir stehen auch in der Tradition der sozialistischen Arbeitersängerbewegung und ihres 1908 gegründeten Arbeiter-Sängerbundes, der übrigens als Avantgarde der emanzipatorischen Bewegungen bereits früh Frauen aufnahm. Die Lieder des kongenialen Duos Hanns Eisler und Bertolt Brecht und alte Partisanen- und Arbeiterlieder gehören deshalb ebenfalls zu unserem Repertoire. Für das Karl-Bröger-Fest im Juni 2023 haben wir zudem auch die Vertonung eines Gedichts von Karl-Bröger einstudiert: „Wacht auf in Hütte, Werk und Schacht!“ (Komponist: Friedrich Weigmann).Unser Repertoire verbindet so die Tradition der Arbeiterlieder und der demokratischen Volkslieder mit modernen und internationalen Songs, frechen Rhythmen und coolen Grooves – Musik als Widerspiegelung gesellschaftlicher Verhältnisse früher und heute.Dabei können „unverdächtige“ Lieder auch politisch werden, wenn zum Beispiel das Lied der Comedian Harmonists Ein Freund, ein guter Freund vom Kölner Schwulenchor geschmettert wird, oder, ganz aktuell, wenn Somewhere over the Rainbow zum Hit für die LGBT-Community mutiert. Nicht viele wissen zudem, dass beim Volkslied Auf einem Baum ein Kuckuck der Jäger den Unterdrücker und der Kuckuck die Freiheit symbolisiert.Erwähnenswert ist noch, dass das „Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung“ 2014 von der UNESCO zum immateriellen Kulturgut erklärt wurde, u.a. mit der Begründung, dass Arbeiterlieder als gelebte Volkskultur von großer Bedeutung für den Zusammenhalt der Völker und das Streben nach Frieden sind.Hier ein Auszug aus unserem aktuellen Repertoire:

    Arbeiterlieder:            Brüder, zur Sonne, Bella Ciao, Die Arbeiter von Wien, das Steigerlied,
    Bandiera Rossa

    Brecht/Eisler:             Lob des Lernens, Resolution der Kommunarden, Einheitsfront Lied von der Moldau,                                    Solidaritätslied

    Songs der Frauenbewegung: La Lega, Brot und Rosen, Unter dem Pflaster

    Friedenslieder:           Nach dieser Erde, Aserbaidschanisches Friedenslied. Shalom chaverim

    Volkslieder:               Am Brunnen vor dem Tore, Kein schöner Land. Ode an die Freude, Bürgerlied,
    Die Gedanken sind frei

    Internationales:          Vem kann segla, Shalom Chaverim, Bajuschki baju

    Modernes:                  Canon en swing, Sailing, Over the Rainbow, Sailing

    Karoline Wlochowitz, unsere junge Chorleiterin, stammt aus Nürnberg. Sie ist nach dem Studium des klassischen Gesangs in Münster und Bremen in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und nun am Staatstheater Nürnberg als Orchesterdisponentin beschäftigt. Daneben arbeitet sie freiberuflich als Sängerin und Stimmbildnerin (u.a. beim Windsbacher Knabenchor).

    Karoline hat bereits zahlreiche Chöre und Chorprojekte geleitet und uns schon erstaunlich gute Klänge entlockt. Die Proben mit ihr verlangen Konzentration und Einsatz, machen aber einen Riesenspaß, und das Ergebnis lässt sich durchaus hören.

    Wo wir auftreten

    Am 13. März 2022 hatten wir unseren ersten Auftritt: Zusammen mit den Sänger*innen des türkischen Bildungs- und Kulturverein e.V. Tek-Der gestalteten wir gemeinsam einen musikalischen Nachmittag. Ein paar Tage später begann am 24. März 2022 die Jahreshauptversammlung der AfB, der Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD Nürnberg, mit einem kleinen Konzert des Chores. Danach trudelte eine Auftrittsanfrage nach der anderen ein, von Arbeitsgemeinschaften und Ortsvereinen der SPD Nürnberg, aber auch aus Schwaig und Schwabach, und von der AWO Nürnberg, bei der wir bei der JHV im November Dr. Paul Braune mit einem bunten Liederreigen verabschiedeten. Den frisch gewählten Mitgliedern des Integrationsrates brachten wir ein paar Tage danach ein launiges Ständchen mit internationalen Songs wie „Bandiera Rossa“ und dem „Aserbaidschanischen Friedenslied“.

    Das Highlight des Chorjahres 2022 war aber unbestritten der viel beachtete Auftritt im Serenadenhof beim Jahresempfang der SPD Nürnberg mit Kevin Kühnert als Gastredner. Die Nürnberger Nachrichten vom 13. Juli 2022 schrieben, dass der Chor „die Parteiseele gewärmt… und für beste Laune gesorgt hat“ -natürlich tolle Komplimente, die die Sänger*innen sehr motiviert, auf ihrem Weg weiterzugehen.

    Im März 2023 wurden wir zu einem kleinen Festkonzert anlässlich der Feierlichkeiten zu „150 Jahre OV Schweinau“ in die Villa Leon eingeladen. Im Mai 2023 wurden wir von der AWO Fürth im Rahmen der Feierlichkeiten zu 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt Fürth zu einem „Crowdsinging“ eingeladen.

    Zu einer spannenden Zeitreise lud die Karl-Bröger-Gesellschaft ein. Michael Ziegler, unermüdlicher Motivator, Ideengeber und Vorsitzender der Karl-Bröger-Gesellschaft, hatte für das Fest am 23. Juni in Karl-Bröger-Zentrum Spannendes und Überraschendes vorbereitet: So konnte er als Redner Klaus Schamberger und Achim Bröger gewinnen. Beide verbindet die Freundschaft ihrer Großväter und damaligen SPD-Stadträte Karl Bröger und Gregor Schamberger, die 1933 zusammen ins KZ Buchenwald verschleppt wurden. Als weiteren Höhepunkt präsentierte der Chor in gekürzter Form das Sprechchorwerk „Rote Erde“ von Karl Bröger, das 1928 als einer größten Erfolge Bröger in Dortmund beim 5. Reichsjugendtag der Sozialistischen Arbeiterjugend vor 25.000 Zuhören uraufgeführt worden war.

    Chorleiterin Karoline Wlochowitz hatte mit langem Atem und viele Engagement die Musikintermezzi und den anspruchsvollen Chorsatz von Weigmann eingeübt; zudem konnte Gudrun Wiedemann als Sprechcoach für den Chor gewonnen werden. Insgesamt wurde dieser Abend zu einem Erlebnis der besonderen Art, und es gelang tatsächlich, einige Facetten und Seiten Karl Brögers aus einer neuen Perspektive zu sehen oder auch neu zu entdecken.

    Lust bekommen auf mehr? Dann: Runter von der Couch!

    Wir proben wöchentlich am Freitag von 17:30 Uhr bis 19:15 Uhr, und seit Ende September 2023 im Hinterzimmer des Künstlerhauses hinterm Bahnhof, dem früheren „Komm“. Einmal im Jahr fahren wir alle zusammen zu einem Chorwochenende, bei dem wir intensiv proben und es uns gut gehen lassen.

    Wir sind ein diskussionsfreudiger Chor, der (zum Beispiel nach der Probe bei einem Glas Wein, einem Aperol oder einem Bierchen in der Kneipe in lockerer Runde) das politische Geschehen in den Blick nimmt und sich auch im Austausch von Jung und Alt und zwischen „Choris“ mit und ohne Parteibuch durchaus kontrovers auseinandersetzt.

    Wir suchen noch Mitsänger*innen jeden Alters für alle Stimmen, unsere Chorist*innen sind zwischen 21 und 80 Jahre alt. Willkommen sind sangeserfahrene und sangesfreudige Menschen mit und ohne Parteibuch. Chorerfahrung und Notenkenntnisse sind zwar hilfreich, aber keine Voraussetzung. Wichtig ist vor allem die Bereitschaft, regelmäßig zu den Proben zu kommen und ab und an zu Hause bei Bedarf auch ein wenig zu üben.

    Weitere Infos bei Claudia Kupfer-Schreiner
    kupferschreiner@mnet-online.de oder auch unter 0911/47 68 31 oder 0171/822 9556

MindestTon Chor, Foto: KBG