Fitzgerald Kusz – Nämberch-Blues

1

um zwölfä affn haubdmargd gäih

und di laid ooschauä

wou es männleinlaufm ooschauä

2

ob dei wünsch aa in erfüllung gängä

wennsd am goldnä ringlä dräihsd:

dem schönä brunnä is des worschd

3

dä ochs aff dä fleischbriggn

wos denkd si deä blouß?

wemmä des wisserdn!

4

wos is denn scho

aa blaue nachd im joä

geecher alle andern nächd?

5

ann dooch vuäm chrisdkindlersmargd

di erschde roude zibflmidzn gsäing:

wenn siichinn endli di ledzd?

6

wenn dä dürer gwissd hädd

wos mid sei bedndn händ bassiäd

hädders erschd goä ned gmoold

7

schood um des wassä

des di bengerdz nundäfläißd:

des kummd nie meä zurück

8

di krouhä hamms goud

däi hoggn affm sinwelldurm

und schauä aff uns roo

9

dausend nämberchä

väschwindn jeds joä: keine angsd

fasd alle kummä widdä

10

di weld is ä wegglä:

ohne broudwerschd

ned auszuhaldn!

© ars vivendi Verlag, Cadolzburg

aus: Fitzgerald Kusz: Nämberch-Blues, Gedichte, ars-vivendi Verlag.

Fitzgerald Kusz, geboren 1944 in Nürnberg, ist der Pionier der fränkischen Mundart-Lyrik. Er hat zahlreiche Gedichtbände, Hörspiele und Dramen veröffentlicht. Bei ars vivendi erschienen zuletzt die Haikus-Sammlungen Guuder Moond und Schdernla. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem »Bayerischen Dialektpreis
« (2017) und der Karl-Bröger-Medaille.

Außerdem: Fitzgerald Kusz und Klaus Brandl, seit 25 Jahren mit „Blues & Kusz“ auf Tour durch Franken, haben ein neues Album produziert: „stadt.land.kusz“. 22 neue Titel sind entstanden. Brandls Gitarre hat den „Bengerdz Blues“, und Kusz erinnert sich an seine „Kindheit“ auf dem Land. Stadt oder Land – es bleibt dabei: „Des Lebm is ä Bus“ . Zu bestellen bei: shop(at)media-arte.de