Fitzgerald Kusz – schlussapplaus

nach der theaterschließung

es deoodä is leer
di bühne dunkl
ä nachfaldä zabbld
innerm schbinnänedz
kummd nimmä raus
wou bleibdn dä hamlet?
sein oddä nichtsein
wos isn des fiärä frouch?
dä ledzde vuähang is gfalln
dä nachdfaldä zabbld nu
kannä wadd aff godot
deä is scho lang
in quarantäne

das theater ist leer
die bühne dunkel
ein nachtfalter zappelt
in einem spinnennetz
kommt nimmer raus
wo bleibt denn hamlet?
sein oder nichtsein
was ist das für eine frage?
der letzte vorhang ist gefallen
der nachtfalter zappelt noch
keiner wartet auf godot
der ist schon lange
in quarantäne

Aus dem Fränkischen vom Autor

© 2020 Fitzgerald Kusz, Nürnberg


(Redaktion: Anton G. Leitner)»Lockdown-Lyrik 2.0! Quarantäne poetisch ausleuchten – etwas ernst zu nehmen heißt nicht, sich davon unterkriegen zu lassen« ist eine Online-Sammlung von Gedichten, die sich mit der Corona-Krise befassen. Es darf uns weiterhin die Sprache nicht verschlagen! In loser Folge erscheinen neue Episoden der nun von Sabine Schiffner, Anton G. Leitner, 
Alex Dreppec und Fritz Deppert herausgegebenen Anthologie.)