08.03.2014 Dokumentationszentrum

Karl-Bröger-Gesellschaft Dokumentationszentrum Nürnberg

Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Machtinstrument

Die Stiftung Topographie des Terrors, Berlin, präsentierte im Nürnberger Dokumentationszentrum eine wichtige Ausstellung. Hierzu boten wir eine Führung am Samstag, den 8. März 2014 an.   

Der Machtapparat Adolf Hitlers war im Bereich Öffentlichkeitsarbeit perfekt: auch die Presse wurde gleichgeschaltet.  Gleichzeitig blieb aber ein Anschein von Pressefreiheit und Meinungsvielfalt gewahrt. Nationalsozialistisches Gedankengut sollte vor allem „zwischen den Zeilen“ wirken. Wie das genau funktionierte, zeigt diese Ausstellung, die bis 6. April zu sehen ist.

Dokumentationszentrum Nürnberg

 

 

Autorinnen verbrannter und verfemter Bücher: Hörbuchfeature

In diesem Jahr 2013 jährte sich die erste Bücherverbrennungswelle der Nationalsozialsozialisten vom Frühjahr 1933. Auch die Bücher zahlreicher Schriftstellerinnen wurden vor 80 Jahren im Auftrag der „geistigen Elite“, wie Universitätsprofessoren, promovierte Germanisten, Philosophen und Bibliotheksdirektoren, im Rahmen der sogenannten „Aktion wider den undeutschen Geist“ von studentischen Stoßtrupps und der HJ verbrannt, die Autorinnen verfolgt, ins Exil gezwungen oder ermordet. Klärwerk erinnert auf RADIO Z an einige dieser Schriftstellerinnen, stellt ihre Biografien vor, zitiert aus ihren Werken und befasst sich mit den zeitgeschichtlichen Hintergründen. Es sind deutschsprachige Autorinnen, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder ihrer politischen Einstellung von den Nationalsozialisten verfolgt, verfemt und vertrieben, ihre Bücher und Schriften verbrannt oder aber verboten wurden. Viele von ihnen waren in den 1920er Jahren berühmt, wie Irmgard Keun, manche hatten den Höhepunkt ihrer literarischen Karriere schon überschritten, wie Else Lasker-Schüler. Einige hatten die Öffentlichkeit gescheut und verstanden sich doch als Lyrikerinnen, wie Gertrud Kolmar. Ihre Karrieren, gerade in der Weimarer Republik begonnen, wurden jäh von dem NS-Regime unterbrochen, wie bei Mascha Kaléko. Auch die Bücher der politisch engagierten Autorinnen wie Anna Seghers wurden Opfer der Bücherverbrennung oder sie selbst Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, wie Hedda Zinner.

Sprecherinnen und Mitwirkende: Nadja Bennewitz, Barbara Bredow, Heike Dehmel, Dr. Doris Katheder, Martin Keun-Geburtig, Prof. Dr. Sibylle Kisro-Völker, Michel Liebler, Annemarie Rufer, Jule Schröter; Ruth Zadek

(Text dieser Meldung: Nadja Bennewitz)

Das Hörbuchfeature: Autorinnen verbrannter und verfemter Bücher von Nadja Bennewitz (Radio Z) steht zum kostenlosen Download zur Verfügung unter:

 http://www.bennewitz-frauengeschichte.de/

 

24.5.2014: Beginn der Reisen in die Gegenwart: Windischeschenbach, Parkstein, Waldsassen, Illschwang

Unsere beliebten “Reisen in die Gegenwart“ unter der sachkundigen Führung von Inge Wörlein und Siegfried Kett gehen weiter. Die erste Fahrt ging am 24. Mai 2014 nach Parkstein, Windischeschenbach, Waldsassen und Illschwang.

 

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Tiefbohrung in Windischeschenbach

Die weiteren Fahrten
28.6.14: Amberg – Theuern – Maxhütte

10.8.14: Fahrt zum „Drachenstich“ in Furth im Wald

27.9.14: Plankstetten – Berching – Deusmaurer Moor

 

Weiter Infos: PDF: Reisen in die Gegenwart 2014
Weiter Infos: PDF: Fahrt zum Drachenstich in Furth im Wald

 

Ruth Zadek Lesung

Hanna und Ruth
 
Eine ganz normale jüdische Geschichte
Im Berliner Arbeiterbezirk Neukölln lebten um 1930 noch etwa 3.000 Juden. Es handelte sich um Arbeiter, einfache Angestellte und kleine Kaufleute. Sie waren in das soziale, gesellschaftliche und politische Gefüge des Bezirks fast vollständig integriert. Zu ihnen gehörte ein Zweig der Familie Zadek. Die lebenslustigen Zwillinge Hanna und Ruth, Großcousinen der Nürnberger Künstlerin und Stadträtin Ruth Zadek, waren gerade 17 Jahre jung und voller Pläne für die Zukunft, als sie 1941 von einer Nachbarin angezeigt wurden, weil sie Brot außerhalb der für die Juden vorgeschrieben Zeiten einkauften. Es handelte sich um eine von vielen Anzeigen dieser Art, mit denen Deutsche ihre jüdischen Mitbürger verrieten. Sie führten zur Deportation und Vernichtung der Betroffenen. Auf diese Weise wurde auch ein Teil der Familie Zadek fast vollständig ausgelöscht. Die Eltern von Ruth Zadek, Alice und Gerhard Zadek, konnten jedoch nach England flie­hen. Sie gehörten zu einigen wenigen Mitgliedern der jüdischen Widerstandsgruppe um Herbert Baum, die die NS-Terrorherrschaft überlebten. Trotz des Verlustes einer Vielzahl von Freunden und Familienmitgliedern bewahrten Alice und Gerhard Zadek ihren Mut und gaben den Glauben an ein besseres Deutschland nie auf: 1947 kehrten sie aus dem englischen Exil nach Berlin zurück.
6.11.2013 um 20 Uhr im Forum für jüdische Geschichte und Kultur Nürnberg,
Heilig-Geist-Haus, Hans-Sachs-Platz 2, Nürnberg, 3. OG

 

 

 

 

30.11.2013 – 100 Jahre Kunsthalle Nürnberg

Die Karl-Bröger-Gesellschaft in der Kunsthalle Ausstellung Forever Young 

Im Oktober 2013 feiert das Gebäude der heutigen Kunsthalle Nürnberg seinen 100. Geburtstag. Dieses Jubiläum ist Anlass für die internationale Gruppenausstellung Forever Young. Über den Mythos der Jugend, in der zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler psychologisch vielschichtige Darstellungen der Kindheit und Jugend präsentieren. Die Unterschiedlichkeit ihrer Werke zeigt, wie weit die Wahrnehmungen dieser ersten Lebensphase auseinanderliegen können und wie individuell die Gefühle und Erinnerungen sind, die sich mit diesen Jahren verbinden. Zum 100. Geburtstag organisierte die Karl-Bröger-Gesellschaft eine Führung.

 

Weitere Infos: http://www.kunstkulturquartier.de/kunsthalle/

10.10.2013 Ruth Zadek bei der AWO

Zadek_Ruth_10x15_PAm Erzähltisch zu Gast: Ruth Zadek

zum Thema ‚Politik und Kultur – hüben und drüben’

Donnerstag, 10.10.2013 um 18 Uhr

AWOthek, Karl-Bröger-Str. 9, Nürnberg EG

Eintritt frei!

Ruth Zadek hat viele Veränderungen in ihrem Leben erfahren, die eingeflossen sind in ihre Arbeiten als bildende Künstlerin und Kunstpädagogin und in ihr Wirken als ehrenamtliche Stadträtin in Nürnberg und Vorsitzende der Karl-Bröger-Gesellschaft.

Ihrem Vater Gerhard Zadek, Mitglied einer jüdischen Jugendgruppe – der späteren Widerstandsgruppe ‚Herbert Baum’ – gelingt noch zusammen mit seiner späteren Frau Alice 1939 die Flucht über Holland nach England. 1947 kehren ihre Eltern nach Deutschland zurück. Geboren 1953 in Neustrelitz und aufgewachsen in Berlin (DDR) wächst Ruth Zadek in diesem besonderen Milieu und politisch-kulturellen Klima auf.

Sie reist offiziell aus der DDR aus, studiert an der Nürnberger Kunstakademie Malerei und freie Graphik und verwirklicht damit ihren Lebenstraum.

Wie sich die Bilder ‚hüben und drüben’ nur vermeintlich gleichen und was heute ihr Leben bestimmt, wollen wir mit ihr am Erzähltisch klären.

 Das Gespräch wird moderiert von Prof. Dieter Kreft, auch mit Berliner Wurzeln.

WortGewalt

Anlässlich des 80-jährigen Jahrestages der Bücherverbrennungen fand im September 2013  eine Führung mit Alexander Schmidt zur Ausstellung WortGewalt: Vom rechten Lesestoff im Dokumentationszentrum Reichparteitagsgelände statt.

Unschätzbares Kulturgut ging durch Bücherverbrennungen, Verbote und Verfolgungen unzähliger Autoren verloren. Womit die Nationalsozialisten gedachten diese riesige Lücke aufzufüllen, hinterfragt diese Ausstellung und präsentiert eine Auswahl des literarischen Strandgutes aus der eigenen Sammlung. Ein sehenswerter Beitrag in dem der Geist der Zeit, das Weltbild der Autoren und nicht zuletzt die Leser kritisch im den Mittelpunkt stehen.

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KRETA: Reise vom 27.10. – 03.11.2013

Kreta – Griechenland – Geschichte – Kultur und Politik

Unsere diesjährige besondere Fernreise führt uns in den Herbstferien 2013 auf die wunderschöne Insel Kreta.

Begleiten Sie uns auf unserer Tour durch Kreta und lernen mit uns die Schönheit der Natur, die Kultur und die Geschichte der Insel kenn.

Die Rolle der Wirtschaft und Infrastruktur wird ebenso auf dem Programm stehen, wie Besichtigungen und politische Informationen.

Mit Unterstützung der deutsch-griechischen Gesellschaft machen wir die Reise zu einem besonderen Erlebnis.

Neugierig geworden? Dann laden Sie hier unseren Flyer Kreta_Online herunter.

Hier finden Sie auch alle Informationen über unsere Reise.

Hier noch ein kleiner aber wichtiger Hinweis: Die Reise benötigt eine Mindestteilnehmerzahl von 21 Personen.

 

Reisen in die Gegenwart – Fortsetzung in 2013

Im Jahr 2013 setzten wir unsere erfolgreiche Veranstaltungsreihe
„Reisen in die Gegenwart“ fort.
Das Thema dieses Mal: Drei Grenzstädte im Umbruch

Das 20. Jahrhundert brachte vielen Städten, ganzen Regionen existenzbedrohende Herausforderungen: ganze Industriezweige brachen weg, gewachsene Kultur war bedroht, gesellschaftliche Strukturen mussten sich neu bilden.
Wie sind die Menschen, die Gemeinden mit dem Wegbrechen aller gewohnten Sicherheiten umgegangen? Wie haben sie die Probleme gemeistert?

Die Reisen gingen:

am Samstag, 13. April 2013 nach Greiz,
am Samstag, 01. Juni 2013 nach Selb und
am Samstag, 06. Juli 2013 nach Wackersdorf und Neusath.

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Hier finden Sie unserem Flyer Reisen in die Gegenwart 2013_screen, aus dem Sie weitere Informationen entnehmen können.

Sie sind herzlich eingeladen, uns auf unseren nächsten Reisen zu begleiten.