21.10.2020 Ingeborg Höverkamp

Die Autorin Ingeborg Höverkamp erinnerte an die Situation am Ende des II. Weltkrieges vor 75 Jahren und an die schweren Nachkriegsjahre. In zwei Sammelbänden „Nie wieder Krieg“ und „Von der Trümmerzeit zur Frankenmetropole – Nürnberg 1945 bis heute“ wurden Interviews mit Zeitzeugen und Berichte aus jener Zeit aufgenommen. Fast jede Familie hatte Gefallene zu beklagen, viele waren obdachlos oder hausten in Ruinen oder Behelfshütten. Das Geld war wertlos und die Zigarettenwährung blühte. Hunger und Kälte forderten viele Opfer. Die Autorin würdigt die beispiellose Aufbauleistung der Eltern- oder Großelterngeneration, die nicht in Vergessenheit geraten sollte. Die Lesung fand in der AWOthek statt. Musikalische Begleitung von Ji Eun Kim.

Ingeborg Höverkamp in der AWOthek und Ji Eun Kim von der Musikhoschule

5.9.2020 Rote Galerie: Performance Selber schuld

Selber schuld: Angeschwärzt werden…; Sich schwarz drüber ärgern…;
Rot vor Wut und Scham anlaufen…Was macht man mit all diesen Gefühlen? Wie geht man damit um? Mit diesen Fragen setzte sich das ArtiSchocken-Kollektiv in einer mehrstündigen Performance „Selber Schuld“ in der Roten Galerie am 5. September um 15:00 Uhr auseinander. Take your broken heart and make art into it.
Künstlerische Leitung: Elizaveta Shlosberg; Performer: Elizaveta Shlosberg, Viktor Pyatkovka, Liana Djorbenadze, Julia Meshkov; Kostüme&Artwork: Polina Pravdikova
Musikalische Begleitung: Lisa Milyukova; Technische Unterstüzung: Olga Komarova

Performance des Artischocken-Kollektivs in der Roten Galerie.

23.10.2020 Marcel Oldenbach in der Kunsthalle – abgesagt

„Der 1953 in Köln geborene Künstler ist ein Pionier der Videokunst in Deutschland… Seine Filme und Videoinstallationen, Collagen und Zeichnen lenken den Blick auf autoritäre und ideologische Strukturen, die für Gewalt und Machtmissbrauch ursächlich sind. Dabei beschränkt sich Marcel Oldenbach keineswegs auf Themen der deutschen Geschichte wie Nationalsozialismus, Wirtschaftswunder oder Wiedervereinigung, die seine eigene Biographie und Identität geprägt haben. Er zieht auch Verbindungslinien zur kolonialen Ausbeutung und Unterdrückung afrikanischer Länder und zur Geschichte der Sklaverei und des Rassismus (Text: Kunsthalle)“. Die Führung wurde abgesagt.

28.10.2020 18 Uhr Lesung und Finissage in der Roten Galerie

Am 28. Oktober fiel die Entscheidung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 für Chemnitz. Das wurde in der Roten Galerie gefeiert. Dazu die Finissage der aktuellen Ausstellung mit Luise Gumann – Künstlerin – Dozentin für Jugendkunst zum Thema „Netzwerke“ und Elisaweta Sliwinska, Illustratorin, sowie Olga Komarowa, Filmemacherin zum Thema: Utopie im Vakuum – was wäre, wenn du alles sein könntest? Die experimentellen Künstlerinnen sind Teil des ArtiSchocken-Kollektives.

Die Rote Galerie startet eine neue Veranstaltungsreihe: „Kultur hinter Glas“. Dazu der Vorsitzender der Karl-Bröger-Gesellschaft und SPD-Stadtrat Michael Ziegler: „Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig Kultur aufrecht zu erhalten, aber auch zu schützen. Deshalb kommt sie hinter Glas und spielt in der Roten Galerie hinter drei großen Schaufensterscheiben.“ Das Publikum steht (ebenfalls sicher) im Außenbereich und kann das Geschehen durch das Schaufenster verfolgen. Der Ton wird natürlich auf die Straße übertragen! Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.Rote Galerie, Koberger Str. 57/59

Der Nürnberger Autor Fitzgerald Kusz erhielt 2016 die Karl-Bröger-Medaille (im Foto v.l.: Horst Schmidbauer, Michael Ziegler, Fitzgerald Kusz)
Fröhliche Einjahresfeier bei Sonnenschein vor der Galerie mit Hajo Schlein, Laura Heller, Thorsten Brehm, Elisaweta Sliwinska, Luise Gumann (dahinter), Olga Komarowa und Michael Ziegler (v.l.)
SPD-Vorsitzender Thorsten Brehm im Gespräch mit den Künstlerinnen Elisaweta Sliwinska und Olga Komarowa zum Thema Utopien.

Volksbad-Führung – Termin abgesagt!

Hervorgehoben

Das Nürnberger Volksbad ist etwas ganz Besonderes. Es war und ist Iden­ti­fi­ka­ti­ons­ort vieler Nürn­ber­ge­rin­nen und Nürn­ber­ger, die dort schwimmen gelernt haben. Lan­ge Jah­re war die Jugendstilperle ge­schlos­sen und lange wurde fie­ber­haft nach trag­ba­ren Mög­lich­kei­ten der Nut­zung ge­sucht.

Der Nürnberger Stadtrat hat im Oktober beschlossen, das Volksbad zu sanieren und wieder zu eröffnen. Die Sanierung gilt als finanzieller Kraftakt. „Mit der Stadtratsentscheidung kann nach Fertigstellung auch das ganze Umfeld aufleben und der Nürnberger Westen bekommt endlich ein eigenes Hallenbad“, so Bürgermeister Christian Vogel, 1. Werkleiter von NürnbergBad. Die Führung ist ausgebucht. Wg Corona muss die für November geplante Führung auf unbestimmte Zeit  verschoben werden.

4.9.2020 Staab im Neuen Museum

„Die Ausstellung in den Fassaden­räu­men des Neuen Museums zeigt den tiefgrei­fenden Einfluss des Kontextes auf das Werk von Staab Architekten. An den gebauten und geplanten Projekten aus 29 Jahren werden unterschiedliche Facetten des Begriffes „Kontext“ deut­lich, die weit über die übliche Defini­tion als unmittelbare physische Umgebung des Geländes hinausgehen. Ausgangspunkt der Betrachtungen ist der siegreiche Entwurf für das Neue Museum Nürnberg. Mit diesem Wett­be­werbsbeitrag begann 1991 nicht nur die Geschichte des radikal zeitge­nös­sischen Kunstmuseums inmitten der Nürnberger Altstadt, sondern auch das eigene Architektur­büro von Volker Staab, das inzwi­schen zu den er­folg­reichsten Büros Deutschlands zählt. Öffentliche Bauten für Kunst, For­schung und Bildung sind bis heute die Hauptaufgaben von Staab Archi­tekten“ (Neues Museum).

Dr. Marian Wild führte uns durch die Ausstellung.

22.8.2020 Ernst Weil in der Kunstvilla

Unser Vorstandsmitglied Günter Gloser begrüßte uns zu einer interessanten Führung durch die Ausstellung von Ernst Weil in der Nürnberger Kunstvilla. „Im November 2019 hätte der 1919 in Frankfurt geborene Künstler Ernst Weil seinen 100. Geburtstag feiern können. Die Kunstvilla gratuliert nachträglich und erinnert mit ihrer Retrospektive an einen Maler, der … die Abstraktion in Nürnberg vertrat und vermittelte“ (Text Kunstvilla). Zufälligerweise war der Nürnberger Künstler Fred Ziegler in der Ausstellung. Er hat unter Ernst Weil studiert und mit ihm zusammen ein Bild erstellt, das ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.

Führung in der Kunstvilla mit Hygieneabstand und Masken.
Fred Ziegler vor dem Bild, das er gemeinsam mit Ernst Weil gefertigt hat.

Spendenaktion für Künstler

Zur Unterstützung in der Künstler ohne Einkommen hatte in Nürnberg das Kulturreferat kurz vor Ostern ein „Bündnis für Kultur“ geschmiedet und in Verbindung mit der NN -Aktion „Freude für alle“ zu Spenden aufgerufen. Hierfür stellten Walter Bauer und Pablo Fontagnier zwei Porträts des Nürnberger Alt-OB‘s Ulrich Maly zur Verfügung.

Mit seinem – bisher höchsten – Gebot – will nun ein Liebhaber beide Arbeiten der Nürnberger Karl-Bröger-Gesellschaft sichern und stiften. Er erklärte sich indes einverstanden, beide Bilder noch einmal öffentlich zu präsentieren – um den Spendenerlös für die Nürnberger Künstlerhilfe im Bündnis für Kultur noch einmal zu steigern. Die Ausstellung ist beendet, aber es kann weiter gespendet werden:  freude-fueralle@pressenetz.de

Walter Bauer porträtierte Nürnbergs früheren OB in Öl auf Leinwand. Pablo Fontagnier bannte Maly mit flotter Feder aufs Papier.

Jahresbericht

Hervorgehoben

Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter der Karl-Bröger-Gesellschaft. Hier ist der Jahresbericht von unserem Vorsitzenden Michael Ziegler, der zum kulturpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion gewählt wurde:

Als die Rote Galerie noch offen hatte: v.l. Thorsten Brehm, Alt-OB Dr. Ulrich Maly, Khrystyna Jalowa, Simon Kellermann, Heijo Schlein und Michael Ziegler – Fotograf: Ludwig Olah.

Erich Hübel – Gedicht

Unser Mitglied, der Mundartautor Erich Hübel, hat zur aktuellen Situation ein Gedicht verfasst:

Corona Partnermasken

Der Wedderberichd sochd, dass in die negsdn Dooch rechd warm wern werd.

Do sollerd mer doch ah aweng naus gehn.

Mer muss obber scho immer dsu die andern Leid schee Abschdand haldn,

damidd ann des Corona nedd derwischd!

Bloß midd seiner Bardnerin odder seim Bardner derf mer noh beianander sei.

Do kommer dann fei ah ann Bardner-Mundschuds ondsiehn:

Mer brauchd ja bloß ann BH vo der Fraa nehmer – do sinn scho dswa bassende Masgn droo.

Die Egsberdn soong, dass die gnau suh guhd sinn, wey die selbergnähdn.

Und iech kennerd mer dengn, dass dodervo ah gnuuch gibd.

Midd meiner Fraa konn iech des obber nedd machen, wall die für miech dsu klaaa is, und iech für sie dsu groß bin.

Do gricherd i ja glei gscheid Rüggn!

Erich Hübel